Frankfurter Buchmesse 2017

Jetzt ist sie schon wieder vorbei, die Frankfurter Buchmesse 2017. Sowohl als Schriftsteller als auch als Besucher war es meine erste Buchmesse und dementsprechend aufgeregt war ich. Der Tag war im Vorfeld gut verplant und ich ärgere mich, dass ich nur einen kleinen Teil der Messe sehen konnte. Doch wie sah der Tag denn aus?

Verträumte Anreise

05:30 Uhr. Mein Wecker klingelt und reißt mich aus den Träumen. Worum ging es da noch einmal? Eine Idee für den nächsten Bestseller? 🙂 Vor Müdigkeit trunken benötige ich ein paar Minuten. Ein Blick aufs Handy verrät, dass Books on Demand Autorenausweise vorbereitet hat. Wie wunderbar! Ich muss ihn mir nur selbst ausdrucken. Na klasse, das kommt mir einen halben Tag zu spät! Ich rolle mich aus dem Bett und krieche ins Bad. Anfangs versuche ich noch, mich mühsam an den Wasserstrahlen festzuhalten, doch nach der Dusche bin ich hellwach. Mein kleiner Rucksack ist bereits schon gepackt und mit leichtem Reiseproviant bepackt, springe ich ins Auto und fahre nach Frankfurt.

08:00 Uhr. Ich kam besser voran, als erwartet. Eine Fahrt fast ohne Stau und Verzögerungen liegt hinter mir, so dass ich kurz nach acht Uhr die Autobahn am Frankfurter Westkreuz verlasse und der Beschilderung zum Parkhaus folge. Dort erwarten mich auch schon unzählige Einweiser, die mich quer durch das Parkhaus lotsen. Es geht ein paar Etagen bergauf, durch eine Parkebene hindurch, auf der anderen Seite wieder heraus, eine halbe Ebene tiefer und ich frage mich schon, ob sie uns hier einfach nur hindurch navigieren, quasi ein fließender Verkehr, da parke ich auch schon ein, prüfe noch einmal meinen Puls und stelle fest, ich habe meine Tabletten vergessen. 🙂

FBM17

Direkt vom Parkhaus pendelt ein Bus zur Messe. Wirklich klasse organisiert, muss ich sagen! Kurze Zeit später schlendere ich dann auch schon durch die Halle 3 der Selfpublisher und gehe erst einmal direkt zu Books on Demand.

„Schönen guten Morgen, ich möchte gern meinen Ausweis abholen!“

Die junge Dame lächelt und meint, den hätte ich mir zu Hause ausdrucken müssen und nein, es gibt hier keinen Drucker. 

Dafür bekomme ich eine Klarsichthülle und ein Schlüsselband in die Hand gedrückt. Ich habe es mir ja schon gedacht und lasse mir daraufhin bei randomhouse erst einmal einen Kaffee geben. Zum Glück habe ich meine Postkarten dabei, die zufälligerweise genau in die Klarsichthülle passen. Perfekt! Zusammen mit meinem selbstgemachten Namenschild muss das einfach auffallen! Tatsächlich beobachte ich den ganzen Tag über immer wieder neugierige Blicke und nutze die Gelegenheit für ein kurzes Gespräch.

Thomas Dobrokovsky

09:00 Uhr. Ich bin gerade in der Kinderbuchabteilung als eine Durchsage ertönt.

„Werte Aussteller, in wenigen Minuten öffnen wir die Türen für die Besucher. Wir wünschen Ihnen einen erfolgreichen Messetag!“

Ich kratze mir am Kopf und frage mich, wie ich wieder hier hineingeschlüpft bin. Offensichtlich hätte ich wohl noch etwas warten müssen. Bevor die Mengen den Saal stürmen, fahre ich die Rolltreppen ins Obergeschoss und komme mir vor, wie auf einem Basar. Da gibt es Gewürze, asiatische Faltkunst und steht dort tatsächlich eine Küche? Tatsächlich! Beim Business-Frühstück genieße ich ein frisches Croissant mit etwas Lachs und Käse, mein erstes Essen am heutigen Tag.

Auf dem Weg zur Eröffnung, bleibe ich beim Stand von Thalia hängen. Eine kleine Schlange steht vor einem Automaten und wartet. Neugierig stelle ich mich dazu und bin begeistert. Hier kann man ganz persönliche Lesezeichen machen lassen. Selbstverständlich lasse ich mir das nicht entgehen und lasse mich ebenfalls abknipsen und erhalte als Dankeschön zwei Lesezeichen von mir und „Die Gedankenpolizei“. Möchtet ihr sie gerne haben? Gebt mir Feedback und ich lasse mich zu einem Gewinnspiel überreden.

Lesezeichen Thalia FBM17
Die Lesezeichen von Thalia.de

Jede Menge wissenswerte Vorträge

Eröffnung der Frankfurter Buchmesse 2017
Eröffnung: Die Zukunft des Self-Publishings

10:00 Uhr. Die Fachvorträge beginnen. Nachdem Carin Müller zusammen mit Gerd Robertz, Lars Birken-Bertsch und Wolfgang Tischer über die Zukunft des Selfpublishing sinnierten, stoße ich auf Twentysix, einem Selfpublishing-Verlag, der mit Books on Demand und der randomhouse Gruppe kooperiert und anschließend auf den Selfpublisher-Verband. Aus dem letzten Gespräch muss ich mich regelrecht herausreißen, denn ich wollte bei Tolino den Marketing-Vortrag von Katja Koesterke nicht verpassen.

11:30 Uhr. Leider fiel dieser aus. So kam ich am Autorensofa vorbei, wo ich erneut auf Carin Müller traf und mich mit ihr ein paar Minuten unterhielt. Kurz vor 12 Uhr forschte ich am Books on Demand Stand nach, wie sie mich beim Thema Marketing unterstützen können. Um den standeigenen Vortrag um zwölf nicht zu verpassen fragte ich, wo dieser denn stattfindet. Am Stand selbst war nichts zu sehen. Man schickte mich einmal quer durch die Halle, doch dort sah man mich auch nur mit fragenden Augen an und schickte mich zurück an den Hauptstand. Leicht genervt fragte ich erneut nach, bis mir erklärt wurde, dass sei der Vortrag in der Ecke des Standes, wo sich inzwischen schon einige Interessenten um einen Tisch herum versammelt hatten und der leisen Stimme der Vortragenden lauschten.

13:00 Uhr. Es folgt ein äußerst interessanter Vortrag über Selfpublishing im stationären Buchhandel mit Carolin Reif, Florian Geuppert, Robert Duchstein und Rolf Blind. Ich sehe, wie das Cover um meinen Hals immer wieder neugierige Blicke vom Podium aus erntet, doch leider verpasse ich anschließend die Chance, mich persönlich vorzustellen.

FBM17 Edel Verlagsgruppe
Edel Verlagsgruppe

14:00 Uhr. Auch Bücher sind Shop-Artikel, die gelistet und gefunden werden wollen. Dafür sind die Metadaten wichtig. Ich stelle fest, dass ich hier dringend nachbessern muss und komme nebenbei mit Sharon Gerber-Crawford ins Gespräch. Immerhin haben wir alle das gleiche Problem. Unsere Bücher sind die Nadeln im Heuhaufen und es ist unwahrscheinlich schwer, auf sie aufmerksam zu machen. Da ist es egal wie gut sie geschrieben sind, wenn sie keiner kennt, kann sie keiner lesen. Kurz darauf folgen wir Susanne Kasper von Literaturschock.de über Soziale Medien und erhalten eine grundlegende Einführung in Facebook, Instagram & Co. während nebenan der erste Selfpublisher-Preis verliehen wird.

15:00 Uhr. Ich greife mir ein Glas Orangensaft ohne Sekt ab und geselle mich zum nächsten Vortrag darüber, wie Leser auf mein Buch aufmerksam werden. Dort werden unter anderem die Autoren Dana und Barry Stiller interviewt, auf die ich später noch einmal zurückkommen werde.

15:30 Uhr. Am Stand von Snipsl bin ich sofort begeistert. Autoren können aus ihren unveröffentlichten Manuskripten Textpassagen zur Verfügung stellen und bekommen dazu von Lesern Feedback. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Während die Leser in unveröffentlichten Büchern stöbern können, erfahren die Autoren, wie sich ihre Texte lesen. Da will ich mit dabei sein und warte nun auf meinen Autoren-Zugang. Demnächst könnt ihr also live bei der Erstellung von „Großmutters Haus“ mit dabei sein und gleichzeitig Feedback geben. Wie klasse ist das denn?!

Der Tag neigt sich dem Ende zu

16:00 Uhr. Am Stand von Buchalarm wird Matthias Matting interviewt, der deutsche „Selfpublisher-Papst“. Dabei lerne ich Susanne „Die Zeilenflüsterin“ und Saskia Hirschberg kennen, die ich nur kurz später, gleich im nächsten Vortrag wiedersehen werde.

Matthias Matting auf der FBM17
Interview mit Matthias Matting (rechts)

Anschließend brauche ich einen weiteren randomhouse Kaffee, wo ich gleich meine neue Social Media Kompetenz einsetze und ein Bild auf Facebook poste. Doch Moment! Was ist denn das? Unter meinen Freunden steht doch tatsächlich Barry Dana Stiller. Die beiden habe ich doch vorhin bei dem Interview gesehen! Da habe ich wohl nicht schnell genug geschaltet! Schade aber auch.

Der Buchentdecker auf der FBM17
Der Buchentdecker

Lange kann ich mich nicht ärgern, da stolpere ich regelrecht über den Fotokasten der Buchentdecker. Auch hier darf ich wieder Quatsch machen und als Dankeschön erhalte ich ein Foto, das auch gleich online gepostet wurde. Tolle Sache! Ich kann mir durchaus vorstellen, dieses ebenfalls in das Gewinnspiel zu packen. Wollt ihr überhaupt ein Gewinnspiel haben? Wenn ja, gebt mir Feedback!

17:00 Uhr. Der letzte Vortrag des Tages beginnt. Es geht um E-Book-Piraterie. Ich treffe wieder auf Saskia Hirschberg und anschließend kommen wir länger ins Gespräch. Sie hat ebenfalls bei Books on Demand ihr erstes Buch veröffentlicht mit dem Titel „Vor, nach und zwischen dir“. Wir machen noch ein gemeinsames Foto, als zwei bekannte Gesichter an uns vorbeilaufen.

Saskia Hirschberg auf der FBM17
Saskia Hirschberg und Thomas Dobrokovsky
Dana und Barry Stiller auf der FBM17
Thomas Dobrokovsky mit Barry und Dana Stiller

Ich springe zu Dana und Barry Stiller und stelle mich noch einmal persönlich vor. Tatsächlich ist ihnen mein Name im Gedächtnis hängen geblieben. Sie haben eben ihr Buch „Die Ersten“ veröffentlicht und darüber am Neobooks-Stand gesprochen. Nach einem kurzen Abschlussgespräch lassen wir ebenfalls ein Foto machen, bevor der lange Messetag sich dem Ende nähert.

18:30 Uhr. Ich habe mein Auto wiedergefunden, nachdem ich einfach den ersten Pendelbus betreten habe, der an der Messe stand. Zum Glück fuhr er zum Parkhaus und nicht zum Flughafen. Das wäre sonst ein längeres Abenteuer geworden. Im Bus traf ich auf drei Studentinnen aus Stuttgart, aus dem Bibliothekswesen. Ich wusste gar nicht, dass man das auch studieren kann. Mädels, ich wünsche euch viel Erfolg dabei! Vielleicht stehen meine Bücher dann ja bald auch in euren Regalen. 🙂

Gerne wäre ich länger geblieben und hätte auch die Zeit am Wochenende genutzt, um mit den Lesern den Kontakt zu pflegen, doch das ließ sich diesmal leider nicht einrichten. Vielleicht klappt es ja bei der nächsten Messe und wir sehen uns dort vor Ort?

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